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Alternative zu Third Party Cookies? – Google’s Trust Tokens

11.08.2020

Anfang 2020 sorgte Google mit der Ankündigung, Third-Party-Cookies bis 2022 obsolet zu machen, für mächtig Gesprächsstoff. Werbetreibende und Unternehmen sehen sich aber zuletzt einer immer näher rückenden Realität ohne Third-Party-Cookies gegenüber, denn schon heute blockieren einige Browser die „fremden“ Cookies - per default!

Und so wird der Ruf nach einer gebührenden Alternative immer lauter. Es schien zuletzt eigentlich nur zwei Wege zu geben: Man stellt großflächig auf First-Party-Cookies um, wenn man die notwendige technologische Kenntnis dafür besitzt, oder aber man arbeitet mit einem Tracking-System, welches nicht auf Cookies zurückgreift, sondern sich der zuweilen fehleranfälligen Methode des Fingerprinting bedient. Google hat nun im Rahmen seines Privacy-Sandbox-Programms eine API vorgestellt, welche die entstehenden Probleme lösen könnte. So erklärt Google das Konzept wie folgt: 

“Over the last couple of weeks, we’ve started sharing our preliminary ideas for a Privacy Sandbox – a secure environment for personalization that also protects user privacy. Some ideas include new approaches to ensure that ads continue to be relevant for users, but user data shared with websites and advertisers would be minimized by anonymously aggregating user information, and keeping much more user information on-device only. Our goal is to create a set of standards that is more consistent with users’ expectations of privacy.”

So können die sogenannten „Trust Tokens“ das entstandene Tracking-Problem lösen, indem nicht personalisierte Tokens an die Nutzer vergeben werden, die zwar Signale zu Website-Besuchen oder App-Nutzung mitteilen können, aber nicht zur Nutzeridentifikation oder Einzelnutzer-Tracking fähig sind. Ein entsprechender technischer Kontext kann auf Github nachgelesen werden.

Zudem gibt Google an, dass Trust Tokens das Problem des Ad Frauds, also des bewussten Missbrauchs von Anzeigen von z.B. Konkurrenten, in den Griff bekommen könnten, da mithilfe der Tokens eindeutiger zwischen Bot und echtem Nutzer unterschieden werden kann. Da zuletzt allerdings auch die Klickbetrüger aufgerüstet haben und mittlerweile sogar echte Menschen (sog. Clickworker) zum Manipulieren von Anzeigenstatistiken nutzen, dürfte sich hier die Frage stellen, inwiefern Tokens einer ausgereiften Anti-Fraud-Lösung wie z.B. Ads Defender das Wasser reichen können. 

Im Moment werden die Trust Tokens bereits von einigen ausgewählten Entwicklern getestet und auf Herz und Nieren überprüft. Wir erwarten also in Kürze Neues zum Thema, wenn erste Tests abgeschlossen sind und Erfahrungen gewonnen werden konnten. Und – wer weiß – vielleicht erleben wir die Geburtsstunde der ersten stichhaltigen und breitentauglichen Lösung des Tracking-Problems. Wir von hurra.com™ bleiben gespannt und verfolgen intensiv die Entwicklungen zum Thema Trust Token.