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Wer ist John Smith? Mysteriöser Online-Shopper verwundert E-Commerce

14.07.2020

Betreiber von Onlineshops haben ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit die letzten Monate schon einmal gesehen: John Smith aus Mountain View, CA, E-Mail Adresse: johnsmith+1222@gmail.com.

Der mysteriöse Online-Shopaholic füllt fleißig Warenkörbe in sämtlichen Onlineshops, trägt hohe Warenkorbwerte zusammen – und war nie mehr gesehen. Folglich zerbrechen sich mehr und mehr Shopbetreiber den Kopf darüber, wer denn der mysteriöse Gast auf dem eigenen Onlineshop war.

Es ist schon sehr verwunderlich, wenn man John Smith auf dem eigenen Onlineshop verfolgt: Fleißig wird der Warenkorb mit allerlei Produkten gefüllt, oft ohne scheinbare Logik und unter Umständen mit hohem Order Value. Doch dann – nichts! John Smith aus Mountain View lässt den prall gefüllten Shopping-Cart zurück und verlässt den Shop. Und kommt so schnell auch nicht mehr zurück.

Keine Sorge, das vorneweg, John Smith ist kein gelangweilter Kunde, der verlernt hat wie das Onlineshopping funktioniert. John Smith ist die Legende die Google seinem Shopping-Bot gegeben hat, mit nur einer einzigen Aufgabe: Preise überprüfen.

Die Hauptaufgabe von John Smith ist das Prüfen der Übereinstimmung zwischen Preisen im Google Merchant Center (ohne die Nutzung des GMC wird sich John Smith auch vermutlich nicht auf Ihre Seite verirren) und den tatsächlichen Preisen beim Kaufabschluss. Entgegen erster Überlegungen scheint es daher auch nur logisch, dass Google hierfür einen möglichst realistischen Kaufprozess zur Überprüfung verwendet. Ärgerlich ist nur, dass diese Prozedur nicht selten sauer bei den Shopbetreibern aufstößt. So werden beispielsweise automatisierte Inbound-Prozesse für Cart-Abandonments ausgelöst, welche bei der Frequenz von John Smiths Shoppingauswüchsen teilweise enorme Ausmaße annehmen oder das Remarketing des Shops wird verfälscht – schließlich tritt John Smith jedes Mal mit unterschiedlichen IP-Adressen und E-Mail Adressen auf.

Allerdings hat Google bereits angekündigt den Prozess in Zukunft transparenter zu gestalten und beispielsweise durch eine Kooperation mit Shop-Plattformen nicht länger auf die Bot-Praxis angewiesen zu sein.

Insofern müssen Shopbetreiber also nicht weiter verwundert sein, wenn wieder einmal John Smith aus Mountain View den Warenkorb gefüllt zurücklässt. Hoffentlich mit genauer Übereinstimmung zwischen Preis im GMC und tatsächlichem Preis im Shop...