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Werbung während der Corona-Krise: Ein Überblick

08.06.2020

Die aktuelle Zeit verlangt nach schnellen Adaptionen, flexiblen Methoden und einem guten Gespür für die derzeitige sowie kommende Situation, das regelmäßig überprüft und angepasst werden will. Das gilt für Privatpersonen genauso wie für Unternehmen aller Branchen und Größen. Wer sich am effizientesten und innovativsten auf die neuen Gegebenheiten unter COVID-19 einstellt, kann sich sogar in der eigenen Branche einen Marktvorteil erarbeiten. 

Die Ideen sind vielfältig. Textilunternehmen haben Masken produziert und verkauft, Fitnessstudios schnell Onlinekurse eingerichtet und Autohersteller versuchten sich an der Herstellung medizinischer Geräte. Ein höherpreisiges Restaurant in meiner Nähe hat als Reaktion auf die Coronakrise einen Lieferservice eingerichtet, allerdings zu erschwinglichen Preisen trotz hoher Qualität. Damit hatten sie Schild und Schwert sowohl gegen die herkömmlichen Lieferdienste, die bei der Qualität nicht mithalten konnten und die Mitstreiter im teureren Preissegment wurden durch die günstigen Preise, die sich auch der Durchschnittsverdiener leisten kann, ausgestochen. 

Nun liegt der Gedanke nicht fern, die neuen Produkte und Dienstleistungen auch über die verfügbaren Kanäle zu bewerben. An vielen Punkten machen die Publisher der gängigen Onlinekanäle hier jedoch einen Strich durch die Rechnung. Google und Bing sperren Keywords, welche Bezug auf Masken oder Desinfektionsmittel nehmen und auch Facebook hat seine Werberichtlinien verschärft. Begründet werden diese Schritte darin, dass sich unter den Werbetreibenden wohl einige schwarze Schafe befinden, welche die Kanäle für betrügerische Zwecke nutzen und man darauf reagieren muss.

Freewheel hat die eigenen Nutzer befragt und herausgefunden, dass sich die Mehrheit der Nutzer tatsächlich Werbung wünscht, welche einen Bezug auf die Coronapandemie herstellt. Dass sich die Nutzer in dieser schwierigen Zeit jedoch nach Unterstützung sehnen, ist nur allzu verständlich - das kann Werbung für materielle oder immaterielle Produkte sein, welche die schwierige Zeit zuhause erleichtert oder auch Anzeigen, die nur emotionale Ablenkung durch interessantes Storytelling bieten.

Das zeigt sich unter anderem darin, dass nicht nur Werbung für Lebensmittel gefragt ist, sondern auch derzeit schwierigere Themen wie Reisen und Autos zu den Topthemen der Studienteilnehmer von Freewheel gehören. Wer also effektives Branding betreiben möchte, sollte jetzt die Chance nutzen und anstatt die Werbebudgets zu streichen, sollten die Etats, wo es sinnvoll ist, wie geplant investiert werden, um so den maximalen Brandingeffekt zu nutzen und nach der Krise so stark wie möglich in den Köpfen der User präsent zu sein. Key ist dabei, einen kreativen Weg zu finden, die Nutzer in der aktuellen Krise auf unterschiedliche Weise zu unterstützen.

Nun sind Werbetreibende gefragt, Möglichkeiten zu finden, ihre Zielgruppe zuhause zu erreichen und einen konformen Weg für die Richtlinien der Publisher zu finden. Hier gilt wieder wie für alle anderen: Wer kann sich am schnellsten auf die neuen Gegebenheiten einstellen, um sich vor dem Wettbewerb zu platzieren?