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Instagram Algorithmus Update

12.04.2016

„See the Moments You Care About First“. Mit diesen Worten beginnt am 15. März 2016 der Blogbeitrag von Instagram, in dem es seine Nutzer über die anstehende Einführung des neuen Feed Algorithmus informiert. Bisher war der Feed bei Instagram zeitlich chronologisch sortiert. Das heißt ein Bild, dass vor 1 Minute gepostet wurde, erschien im Feed vor einem Bild, dass 2 Minuten zuvor gepostet wurde. Wie auch kurz zuvor bei Twitter entschied sich die Führungsetage von Instagram nun jedoch dazu, von dem chronologischen Feed auf den auf Relevanz basierenden Feed umzustellen.

Im Falle von Instagram kommt dieser Schritt relativ wenig überraschend, denn das Unternehmen wurde bereits 2012 von Facebook aufgekauft. Bei dem Mutterkonzern Facebook ist der auf Relevanz basierende Feed schon längst Tagesordnung. Was einst bei Facebook die Monetarisierung des Sozialen Netzwerks ankurbelte, könnte nun auch die Werbeeinnahmen auf Instagram ankurbeln. Im Gegenzug könnte dieser Schritt jedoch auch den Werbedruck für Werbetreibende auf Instagram weiter in die Höhe treiben.

Kurz nach dem offiziellen Blogbeitrag von Instagram brach zunächst eine Panikwelle bei vielen Instagram Nutzern aus. Auch diese Reaktion war allerdings absehbar. Ähnliche Reaktionen zeigten die Nutzer schon damals als Facebook 2014 seinen Newsfeed Algorithmus einführte und ebenso Anfang dieses Jahres als Twitter seine Nutzer über die bevorstehende Algorithmus-Änderung informierte. Sehr viele Instagram Nutzer forderten ihre Abonnenten mit dem Hasthtag #turnmeon und entsprechenden Bildern dazu auf, die Benachrichtigungen über neue Posts für ihren Account zu aktivieren. Werden diese Benachrichtigungen aktiviert, dann bekommen die Nutzer bei jedem neuen Upload des abonnierten Accounts eine Push-Nachricht. Damit wollen Unternehmen und Influencer vermeiden, dass Beiträge von ihnen verpasst werden. Einige Instagram Nutzer starteten sogar Petitionen gegen den neuen Algorithmus. Die Erfolgschancen für Petitionen dürften allerdings nicht allzu gut stehen.

Ratingfaktoren des neuen Instagram Algorithmus

Instagram sagte offiziell, dass Bilder und Videos im Instagram Feed in Zukunft anhand der Wahrscheinlichkeit, dass ein Nutzer an einem Posts interessiert sein könnte, sortiert werden. Das bedeutet, dass für einen Nutzer, der generell Accounts von Fitness- und Kraftsportlern folgt, dementsprechend Posts, die mit Fitness oder Kraftsport zu haben, eine höhere Relevanz bekommen sollten. Außerdem soll die bestehende Beziehung der Nutzer zu dem abonnierten Account bei dieser Relevanzbewertung eine Rolle spielen. Das heißt, wenn ein Nutzer jedes Bild seines Lieblingsschauspielers mit „Gefällt mir“ markiert, dann sollten die Posts des abonnierten Schauspieler-Accounts für diesen Nutzer in der Relevanzbewertung ebenfalls steigen und folglich höher im Feed erscheinen. Zudem spielt für Instagram offenbar die „Zeitlosigkeit“ eines Posts ebenfalls eine Rolle bei der Relevanzbewertung. Dieser Begriff ist meiner Meinung nach etwas schwammig und es kann nur darüber spekuliert werden, anhand welcher Kriterien Instagram zwischen zeitlich begrenzten und zeitlosen Posts unterscheidet.

„The order of photos and videos in your feed will be based on the likelihood you’ll be interested in the content, your relationship with the person posting and the timeliness of the post.“

(Quelle: Instagram) 

Wie geht es jetzt weiter?

Durch die Einführung des neuen Algorithmus wird bei Instagram vor allem die Gleichbehandlung der Beiträge aufgehoben. Ein „relevanterer“ Post kann nun vor einem an sich zeitlich aktuelleren Post angezeigt werden. Instagram nimmt sich somit in Zukunft die Freiheit heraus darüber zu entscheiden, welche Posts für einen Nutzer relevant sind und an welcher Stelle sie ihm im Feed angezeigt werden. Relevant können und werden in den Augen von Instagram dann eben auch gesponserte Beiträge sein, die um die beste Position im Feed der Nutzer konkurrieren. Unternehmen und Influencer, die ohnehin schon sehr hohe Interaktionsraten haben, das heißt deren organische Posts sowieso schon sehr viele Likes und Kommentare erhalten, sollten kaum eine Veränderung durch den neuen Instagram Algorithmus spüren. Die Hauptleidtragenden des neuen Algorithmus dürften die weniger bekannten Instagram Nutzer sein, die mit ihren Posts weniger hohe Interaktionsraten erzielen. Solche Posts werden wahrscheinlich tatsächlich von Instagram als „wenig relevant“ eingestuft und deswegen im Instagram Feed als Letztes erscheinen und damit womöglich überhaupt nicht mehr gesehen. 

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