SEO

Nimm nicht meinen Content! Zeig lieber meine Infografik!

30.09.2012 von Andreas Nowak

In den letzten Monaten dreht sich die SEO–Welt mal wieder schneller. Panda-Update, Penguin-Update und von Venice und Lokal SEO fangen wir erst gar nicht an.

Wenn Matt Cutts (Google’s head of search spam) etwas ankündigt, hören alle zu, zumindest jene, die sich mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung beschäftigen oder ihre Nachrichten in den Google Webmaster Tools checken. In letzteren fanden nicht Wenige besorgniserregende Nachrichten über unnatürliche Verlinkungen. Ergebnis: Das Web wird bunter. Der Grund: Infografiken!

Was sind Infografiken?

Infografiken sind bildhafte Darstellungen von Informationen. Durch die besondere, meist comicartige Aufbereitung werden sie schneller und besser wahrgenommen. Sie transportieren Informationen spielerisch, und wer sie verbreitet macht sich bei seinen Followern nicht unbeliebt, weil man seinem Gefolge einen irre langen Text aufbrummt.

Infografiken sind schon länger im Portfolio professioneller Linkbuilding Strategien. Warum? Klar: Sie sind das optimale Medium für virale Verbreitungen und damit ein sinnvolles Mittel für eingehende Links zu sorgen. Praktisch die Antwort auf das von Google gelaunchte Pinguin Update im April, welches das organische Suchergebnis um unnatürliche Linkstrukturen erleichtern soll.

Ob das funktioniert? Ja! Anders wäre auch  die stark zunehmende Verwendung von Infografiken wohl kaum zu erklären. Diese verbreiten sich sogar so stark, dass selbst Matt Cutts der SEO Szene bereits einen kleinen Dämpfer erteilte. 

„Infographic Links might get discounted“. Warum? Höchst wahrscheinlich eine bewusste Prävention. Hier steht die Angst im Raum, diese Grafiken könnten auf Grundlage „unsauberer“ Recherchen basieren und damit Fehlinformationen schnell verbreiten. Der Gedanke… nicht gerade unbegründet.

e-Commerce und Infografiken / Worauf man achten sollte 

Mit Infografiken lässt sich Aufmerksamkeit erzeugen und damit werden Links, Likes und Shares generiert. Das erhoffte Ergebnis… bessere Rankings. Soweit so gut. Aber ganz so einfach ist es dann aber doch nicht! Folgende Hinweise sollten vorab beachtet werden:

  • Welche Seite wird dadurch eigentlich verlinkt? Richtig, die mit der Infografik. Sollen diese Grafiken genutzt werden um für zusätzlichen Linkjuice auf bestehende performance-orientierte Keyword-Seiten zu sorgen?

    Vielleicht dazu ein kleiner Schwenk zu unserer Conversion Abteilung. In vielen Shops liegen ungenutzte Conversion Potentiale brach. Eine Steigerung der Conversion Rate um 30% ist keine große Sache, und durch Multivariate Testings leicht zu realisieren. Riesige Infografiken auf performance basierten Seiten bringen zwar Links und damit auch bessere Positionen. Aber wenn man 25% mehr Traffic gewinnt, gleichzeitig aber 30% der Conversions einbrechen, bekommt der SEO einen Ritterschlag und der Controller eher einen Peitschenhieb. Es gilt neue Potentiale zu schöpfen, z.B. durch eine neue Seite mit passendem Inhalt zu interessanten Themen (Ratgeber). Damit lässt sich das Keyword Portfolio erweitern und steigert gleichermaßen den Traffic.
  • Content bleibt King! Wer produktbezogene einzigartige Inhalte liefern könnte, darf nicht vergessen, dass Suchmaschinen Bilder nicht auswerten können. Wenn Sie es schaffen einzigartig zu sein, teilen Sie dies auch den Suchmaschinen mit. Am besten indem sie den auf der Grafik befindlichen Inhalt textlich näher erläutern.
  • Sorgfalt: Nicht zuletzt sei bemerkt, dass Infografiken immer einen Quellenbezug aufweisen sollten. Die Frage woher die Daten und Erkenntnisse stammen, sollte nicht unbeantwortet bleiben. Bei der wachsenden Anzahl an kursierenden Infografiken wird genau das der Punkt sein, der Matt Cutts zu den obig genannten Aussagen verleitet haben dürfte.

 

Fazit:

Infografiken sind eine gute Sache und absolut auf der Höhe der Zeit! Sie funktionieren als natürliche Linkbuilding Strategie, und sind auch ohne Links meist absolut teilenswert. Aber dennoch sollte jetzt nicht jeder krampfhaft versuchen ein geeignetes Theama aus dem Ärmel zu schütteln um auch ja solch eine Grafik basteln zu können. Vielmehr sollte sie eine Vereinfachung der Verbreitung komplexer Inhalte bleiben, und durch einen gewissen  Seltenheitswert weiterhin besonders teilenswert sein.

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