Social

WhatsApp & Facebook Messenger Marketing

05.07.2016

Über den Instant Messenger WhatsApp werden täglich 42 Milliarden Nachrichten, 1.6 Milliarden Fotos und etwa 250 Millionen Videos verschickt (Stand: Februar 2016). Seit WhatsApp im Februar 2014 vom Social Media Giganten Facebook für 19 Milliarden US-Dollar (13.81 Milliarden Euro) aufgekauft wurde, hat sich die  Nutzerzahl mehr als verdoppelt. Weltweit benutzen monatlich über 1 Milliarde Menschen WhatsApp, in Deutschland sind es monatlich schätzungsweise um die 35 Millionen (Stand: Juni 2016). Tendenz weiter steigend. Mit diesen Nutzungszahlen hat WhatsApp natürlich schnell das Interesse der Marketingbranche geweckt.


Newsletter über WhatsApp

Die Idee, mit Menschen direkt über den beliebten Instant Messenger zu interagieren und sie auf diesem etwas persönlicheren Weg mit der eigenen Marke zu konfrontieren, liegt nahe. Deshalb begannen diverse Unternehmen bereits letztes Jahr damit, ihren Nutzern Newsletter-Abos für WhatsApp anzubieten.

Das Vorgehen war dasselbe wie bei Registrierungen für Newsletter via Email, das heißt nach dem in Deutschland erforderlichen Double-Opt-In Verfahren. Beim Double-Opt-In Verfahren muss sich der Nutzer zunächst aktiv für ein Abonnement eintragen und dieses dann in einem zweiten Schritt über einen per Email zugesandten Bestätigungslink verifizieren. Erst dann dürfen in Deutschland Newsletters verschickt werden.


Unternehmen wie der Fernsehsender RTL, die Süddeutsche Zeitung oder auch der Deutsche Fußballbund verschickten auf diesem Weg für einige Zeit auch Newsletters über WhatsApp. Dieses Vorgehen ist allerdings rechtlich fragwürdig, denn die AGB‘s von WhatsApp untersagen jegliche kommerzielle Nutzung des Instant Messengers:

„[…]You agree not to collect or harvest any personally identifiable information, including phone number, from the Service, nor to use the communication systems provided by the Service for any commercial solicitation or spam purposes. You agree not to spam, or solicit for commercial purposes, any users of the Service.“

Auch Facebook Gründer und CEO Mark Zuckerberg hat sich explizit gegen die Einführung von Werbung bei WhatsApp ausgesprochen. Deshalb wurden bereits nach kurzer Zeit die Mobilfunknummern der Unternehmen, die bis dato Newsletters oder ähnliches über WhatsApp verschickten, gesperrt und als Spam eingestuft. Einige dieser Unternehmen beriefen sich darauf, dass ihre WhatsApp Maßnahmen nicht darauf abgezielt hätten, Produkte zu verkaufen, sondern lediglich Informationen zum Nullpreis zur Verfügung zu stellen. Letztendlich dürfte die Entscheidung, ob diese „Informationen zum Nullpreis“ als Spam oder Werbung einzustufen sind oder nicht, allerdings beim Mutterkonzern Facebook liegen.

Hier kommt der Facebook Messenger

Viel wahrscheinlicher ist, dass Facebook den hauseigenen Facebook Messenger (ca. 800 Millionen monatliche Nutzer; Stand: April 2016) in der Zukunft dazu nutzen wird, um Werbung zu schalten. In einem im Februar 2016 geleakten Dokument kündigte Facebook gegenüber seinen größten Werbepartnern an, noch im zweiten Quartal dieses Jahres Werbemöglichkeiten für den Facebook Messenger zu schaffen. Offenbar muss man sich allerdings keine Sorgen machen, demnächst mit Werbeanzeigen innerhalb des Facebook Messengers überflutet zu werden. Facebook sieht scheinbar vor, dass Unternehmen über den Facebook Messenger nur mit den Nutzern interagieren können, die zuvor mit dem Unternehmen über den Messenger in Kontakt getreten sind. Das bedeutet die Nutzer müssen zunächst eine Interaktion mit einem Unternehmen initiieren, bevor dieses ihnen dann in einem zweiten Schritt über den Messenger wiederum Werbeanzeigen zukommen lassen können.

Unklar ist derzeit noch, wie genau die Werbung im Facebook Messenger aussehen wird. Reines Display Marketing wird es wohl nicht sein. Viel interessanter könnte hierbei die etwas persönlichere Werbeform des Retargeting sein. So könnten Unternehmen zum Beispiel über den Facebook Messenger potenzielle Kunden darauf hinweisen, dass ein in der Vergangenheit betrachtetes, jedoch ausverkauftes Produkt, inzwischen wieder verfügbar ist. Auch Reaktivierungs- sowie Cross- oder Up-Selling Maßnahmen wären über den Facebook Messenger gut vorstellbar. Noch wird der Facebook Messenger von Unternehmen in Deutschland jedoch eher als Kundensupport Tool genutzt (z.B. von der Fluggesellschaft KLM). Zusammenfassend kann man schlussfolgern, dass der Facebook Messenger im Vergleich zum Instant-Messenger WhatsApp definitiv das größere Potenzial für Marketer bietet. Wir sind gespannt.

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