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Zugspitz-Ultratrail 2016 (die persönliche Geschichte eines Onlinemarketers):

22.06.2016 von Markus Schindler

Vom 17.-19.06.2016 fand zum 6. Mal in Folge der Salomon Zugspitz-Ultratrail, Deutschlands größter Trailrun-Event rund um die Zugspitze statt. 2.200 Läufer aus 50 Nationen hatten sich angemeldet und waren in Grainau vor Ort.

Ich hatte mich im Februar spontan zum Supertrail (62,8km, 2.923Hm) angemeldet, nachdem mein langjähriger Freund Jochen von exito.de bereits im letzten Jahr mit seinen Jungs, Stefan und Bart, dort teilgenommen hatte und mich die tollen Bilder faszinierten. Stefan startete dieses Jahr beim Ultratrail (101,6km, 5412Hm) rund um die Zugspitze, während Bart verletzungsbedingt den Basetrail (24,9km, 1.595Hm) mit Start ab Garmisch in Angriff nahm. Es sollte mein erster Ultramarathon überhaupt werden, ich hatte zwar Anfang Mai beim Trollinger-Marathon in Heilbronn teilgenommen, darüber hinaus aber noch keinerlei Wettkampferfahrung in der Langdistanz.


Als Onlinemarketer kenne ich die schnelllebige, digitale Welt seit Langem und ich finde sie auch klasse, allerdings stelle ich in den letzten Jahren immer öfter fest, dass sich viele vor lauter Aktivismus im Geschwindigkeitswahn verrennen und das große Ganze dabei völlig aus den Augen verlieren. Häufig sind die Schnellen dann sogar später im Ziel und merken es häufig nicht einmal. Im Übrigen sehe ich hier auch die Ursache für die ganzen Diskussionen um Burnout und WorkLife-Balance – es ist ja nicht so, dass die Menschen keine 8 Stunden am Tag arbeiten können und wollen – vielmehr sehen Sie keinen Sinn darin, Ihre begrenzte Lebenszeit im Sprinttempo für nichtige Dinge zu verschwenden. Diese Erkenntnis löste in mir den Drang aus, möglichst nur noch dem großen Ziel zu folgen und Spaß zu haben – „Denke und handle langfristig“ ist sogar einer unserer Core Values.

Seitdem fasziniert mich die Distanz unwahrscheinlich und die Geschwindigkeit überhaupt nicht mehr – so kam ich quasi zum „Ultra-Running“.


…Nun aber wieder zurück zur Zugspitze…
Kurz nach dem Zusammentreffen in Grainau ging es zur Eröffnungsfeier und zum Briefing, davor holten wir zunächst unsere Startunterlagen ab und ich gönnte mir im letzten Moment noch bei Sport-Conrad auf der ZUT-Expo eine leichte Patagonia-Regenjacke, die sich auf die halbe Größe meiner vorhandenen Regenjacke reduzieren ließ – Trailrunning ist Optimierung in Perfektion!


Während der Pastaparty lernten wir Juliane und Daniel kennen, die am Tisch gegenüber saßen und die ich bereits über www.instagram.com/marschindler, meinen Instagram-Running-Channel aus der digitalen Welt kannte. Nachts um 11 packte ich noch meinen Laufrucksack und fiel dann erschöpft ins Bett, um knapp 1,5 Stunden später wieder aufzuwachen – ich war total nervös, ich war mir nicht sicher, ob ich dieses Ziel schaffen konnte, in der Woche davor hatte ich kurze Nächte, kurzfristige Terminverschiebungen und meine kleine Tochter hatte sich mit Scharlach angesteckt und lag krank zu Hause - auf keinen Fall wollte ich mich überschätzen und ein unnötiges Risiko eingehen. Kurz nach 4:15 Uhr muss ich wieder eingeschlafen sein, da ich um 5:00 Uhr von meinem iPhone geweckt wurde.

Trotz der kurzen Nacht war ich topfit, jetzt war nur noch aufregende Vorfreude da und ich war mir sicher, dass ich es schaffen würde – keine Angst mehr, kein negativer Gedanke und keine Zweifel – dieser Tag war mein Tag, um in den Kreis der Ultrarunner aufgenommen zu werden. Nach unserem Frühstück um 6:00 Uhr packte ich meine Sachen und lief mit Daniel knappe 20 Minuten nach Grainau zum Bus-Shuttle, der uns um 7:20 Uhr zu unserem Startpunkt nach Leutasch in Österreich fahren sollte. Stefan startete etwa zur gleichen Zeit in Grainau, um 101,6 km später wieder hier im Ziel einzulaufen.

Das Wetter war traumhaft, wir hatten uns den schönsten Tag ausgesucht, kurz nach der Ankunft in Leutasch wurde noch das Equipment kontrolliert – aufgrund der Gefahren in den Bergen gibt es eine Vorschrift, welche Mindestausrüstung die Athleten mitzuführen hatten. Um 9:00 Uhr erfolgte dann der Start und es ging los. Ich achtete darauf, nicht zu schnell los zu laufen, bei den langen Distanzen holt einen das mittelfristig wieder ein, das hatte ich beim Marathon gelernt.


Die Strecke war wunderschön und es herrschte ein tolles, entspanntes Ambiente, keine Ellbogen, kein Anrempeln, kein Stress – gleich zu Beginn mussten die ersten 1.000 Höhenmeter bezwungen werden, anschließend ging es wieder, teilweise über schneebedeckte Flächen, nach unten. Insgesamt 5 Verpflegungsstationen waren auf der Supertrail-Strecke verteilt und sorgten mit allerlei Köstlichkeiten für unser leibliches Wohl. Nach 35 Kilometern hatte ich kein Wasser mehr – ich hatte versäumt, nicht nur meine Flasks, sondern auch meine Trinkblase aufzufüllen. Plane Deine Ressourcen, oder lerne ohne sie klar zu kommen, das war die Lektion für die nächsten 8 Kilometer.

Nach Kilometer 46 ging es nochmals 1.000 Hm bis zum Gipfel steil bergauf, bevor es dann bei einsetzender Dunkelheit und Regen durch den Wald bergab nach Grainau ging, wo der Zieleinlauf für alle Läufer war. Um 21:35 Uhr war ich nach über 12,5 Stunden, etwas unterkühlt, aber glücklich zurück am Ziel.


Was ich auf meinem Weg zum Ultrarunner gelernt habe:

  • Setze Dir ein großes Ziel und mache Dir einen Plan!
    Die meisten, großen Ziele werden nicht erreicht, weil wir nicht an Sie glauben und erst gar nicht loslaufen – in Wahrheit ist es meist eine Frage der Vorbereitung und Planung, ob ein Ziel realistisch ist, oder nicht.
     
  • Lasse Dich von Rückschlägen niemals entmutigen!
    In der langen Vorbereitung auf einen Ultratrail kommt es zwangsläufig zu Rückschlägen – mal muss man pausieren, weil man es mit dem Training übertrieben hat, mal fehlt einem die Zeit für lange Distanzläufe, oder eine Grippewelle zwingt einen zu pausieren. Es passieren immer Dinge, die Frage ist, wie wir darauf reagieren und ob wir uns dadurch von unserem Ziel abbringen lassen.
     
  • Laufe los!
    Wenn es los geht, laufe los! Denke nicht daran, was alles schief laufen kann und zweifle nicht an Deinem Equipment – laufe einfach mal los.
     
  • "Denke und handle langfristig" / Gehe klug mit Deinen Ressourcen um!
    Wer am Anfang zu schnell los läuft, verliert auf lange Distanz viel Zeit und Energie – im schlimmsten Fall schafft man es nicht durch’s große Ziel. Auch in der Geschäftswelt stelle ich unwahrscheinlich viel Aktivismus wegen Nichtigkeiten fest – das sieht im ersten Moment zwar wichtig und busy aus, sehr häufig geht dabei jedoch die grobe Richtung, das große Ziel verloren. Jeder hat nur 100% Energie – reflektiere, selektiere und entscheide, wofür Du sie verwendest.
     
  • Erlebe Flow! Der Weg ist das Ziel!
    Genieße Deine Challenge, lerne neue Leute kennen und habe gemeinsam Spaß. Lass Dich nicht von der Uhr treiben, sondern genieße den Lauf maximal. Dies geht nur, wenn Du voll Du selbst bist. Viel zu viele Menschen rennen hinter einem Ziel her, das sie eigentlich gar nicht erreichen wollen – ist das authentisch? Entscheide Dich!
     
  • Träume! Visualisiere Dein Ziel!
    Visualisiere Dein Ziel, stelle es Dir immer wieder im Geiste vor – bereits kurz nach dem Start und insbesondere später, als es richtig hart wurde, habe ich mir vorgestellt, wie ich durch’s Ziel laufe – ungefähr so hat später dann auch tatsächlich mein Zieleinlauf ausgesehen.
     
  • Erreiche Dein Ziel!
    Ein weiterer Firmenwert von uns heißt „Gib alles“, zweifle niemals an Deinem Ziel und gebe nie, nie , nie auf. Wenn Du es erreicht hast, genieße Dein Ziel in vollen Zügen und feiere Deinen Erfolg! Auch im Geschäftsleben ist das sicher kein Fehler! ;-)

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